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La Parmigiana <3

Jede Familie hat ja so ihre Traditionen. Wenn sich meine fantastischen italienischen Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen zu einem Familienfest treffen, was immer laut und ausgelassen wird, mit viel Wein und gutem Essen, dann mal eben festhalten bitte! Wir herzen, drücken und küssen uns was das Zeugt hält zur Begrüßung. Man kann das durchaus als herzlich bezeichnen, italienisch eben, als Kind habe ich die sizilianische Begrüßungszeremonien weniger gemocht. Das wusste aber keiner. Ich glaube aber, man konnte meine Abneigung gegen das Geknutsche erahnen. Und auch heute bin ich nach dem Marathon hin und wieder erschöpft. Ist auch anstrengend jedem Familienteil mindestens zwei Küssen auf die Wangen zu drücken und gedrückt zu bekommen – und das bei fast 30 Personen, also 60 Küsse werden mindestens verteilt. Koma-Küssen, so nenne ich das. Übrigens ist es vollkommen egal, ob man sich vorgestern erst gesehen hat!

Und bei der Verabschiedung am Ende  geht das ganze  von vorne los! Und wehe es wird jemand vergessen oder übersehen. Madonnna!

Infografica Die liebe der Deutschen für italienische Pasta

Infografik von Eataly

Zwischen Begrüßung und Verabschiedung lieben wir das Koma-Essen. Egal, ob wir und bei Tante Pina, Manuela, Nonna Anna, oder bei meiner Mama treffen – die Parmigiana steht definitiv überall mit auf dem Tisch. Dabei handelt es sich um einen Auflauf aus gebratenen Auberginenscheiben, Tomatensoße, Parmesankäse und Basilikum. Und wenn ich in die weiche Auberginenscheiben beiße, die in der sanften Tomatensoße schwimmen, eingerahmt von geriebenen Parmesan und Basilikum, habe ich den nervenaufreibenden Begrüßungsmarathon schon wieder vergessen und mich mit ihm versöhnt. Und dann liebe ich meine Familie über alles, auch wegen ihrer Rezepte, die so fantastisch sind, wie dieses hier. Und dabei schmeckt die Parmigiana immer anders, auch wenn sie jeder in der Familie mit den selben Zutaten zubereitet.

Die Parmigiana solltet ihr ausprobieren. Sie eignet sich zum Versöhnen. Zum Versöhnen mit Situationen, mit Traditionen und mit Eigenarten, die so sind, wie sie sind. Weil sie so sind.

Ihr braucht:

  • 2 feste Auberginen
  • 2 Dosen Tomaten
  • Knoblauch
  • Olivenöl
  • frisch geriebener Parmesan
  • frische Basilikumblätter
  • Salz, Pfeffer

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Zwei Auberginen in Scheiben schneiden. Wer eine Brotmaschine zu Hause stehen hat, sollte unbedingt die Auberginen damit in dünne Scheiben schneiden. Je dünner die Scheiben sind, desto leichter verbinden sie sich später mit der Tomatensoße.

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Die Auberginenscheiben in Olivenöl weich braten. Auberginen brauchen viel Öl. Ich verzichte auf das Entwässern durch Salzen. Funktioniert auch so. Darauf achten, dass die Auberinenscheiben auch wirklich durch sind, weich und sämig. In der Zwischenzeit aus den Dosentomaten, Knoblauch und Olivenöl eine klassische Tomatensoße in einem separaten Topf vorbereiten.

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Dann schichtet ihr die gebratenen Auberginenscheiben, die zubereitete Tomatensoße, den Parmesankäse und die Basilikumblätter übereinander. Ihr beginnt mit den Auberginen, dann Soße, dann Käse, dann Blätter. Und so weiter. Das Tolle an der Parmigiana: Man kann auch Lasagneblätter dazwischen packen und den „Auflauf“ in den Ofen schieben. Dann hat man ein perfektes Hauptgericht. Ansonsten eignet sich die Parmigiana als Antipasto.

Buon Appetito!

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